Institut Culturel Franco-Allemand – ICFA

Institut Culturel Franco-Allemand – ICFA

Auf den Umbrisch-Provenzalischen Genusstagen darf das ICFA nicht fehlen. Am Infostand am Marktplatz können Sie sich über das aktuelle Programm informieren, der Sängerin Colline Charli lauschen, auf einem Bücherflohmarkt nach Lektüre in französischer Sprache stöbern und manches mehr. À bientôt!

In Tübingen hat man seit 75 Jahren die Möglichkeit, unaushaltbare Frankreichsehnsucht jederzeit zu stillen: Am 4. November 1946 gründete die französische Militärregierung ein Zentrum für französische Studien.

Schon drei Tage nach der offiziellen Eröffnung begrüßte der Leiter Emile Callot den ersten Vortragsredner. Hundert Menschen hörten dem Literaturwissenschaftler zu und im ersten Jahr seines Bestehens konnte sich das Centre d‘études bereits über 300 Sprachschüler*innen freuen. Sein Nachfolger wurde der junge französische Germanist René Cheval, der ein ambitioniertes Kulturprogramm auflegte und sogar den Literaturnobelpreisträger André Gide nach Tübingen einlud. Außerdem organisierte das Tübinger Institut die französische Bildungs- und Kulturarbeit in Württemberg-Hohenzollern. Von der Vermittlung von Brieffreundschaften über die Veranstaltung von Vorträgen in insgesamt 16 Städten bis zum Einsatz französischer Lehrer an deutschen Schulen übernahm man alles, was mit deutsch-französischen Beziehungen zu tun hatte. 1951 hätte man das Institut fast aufgelöst und komplett nach Stuttgart verlegt. Aber in Tübingen hatte man sich bereits so sehr in dieses kleine Stück Frankreich verliebt, dass man den Tübinger Standort behielt.

Man begann mit Filmvorführungen und bot ein Veranstaltungsprogramm an, das auch Menschen außerhalb der akademischen Romanistik ansprach. 1954 bezog das Zentrum den heutigen Standort in der Doblerstraße. Die schöne Villa war 1921 für Herzog Philipp Albrecht von Württemberg gebaut worden, als der zum Jurastudium nach Tübingen kam. „Prinzenpalais“ nannten die Tübinger diese exklusive Studentenbude. Von der schönen Terrasse geht der Blick nach Westen. Nach Frankreich.

Immer wieder war die Rede davon, das Institut zu schließen. 1976 wurde das Zentrum deshalb neu gegründet: als erste deutsch-französische Kultureinrichtung der Bundesrepublik. Seitdem gibt es hier Sprachkurse und Prüfungen für französische Sprachzertifikaten. Eine hervorragend ausgestattete

Mediathek versorgt Frankophile mit aktueller Literatur, Musik, Filmen und – ganz wichtig – bandes dessinées! Und natürlich bieten Leiterin Ariane Batou-To Van und ihre Mitstreiterinnen immer noch ein umfangreiches Kulturprogramm mit Lesungen, Filmvorführungen, Konzerten und Ausstellungen und feiern rauschende Feste im wunderschönen Garten des Instituts. In diesem Garten können Sie noch bis zum 30. September flanieren und die schönen Paravents und Sandsteinmedaillons des Künstlers Evor aus Nantes bewundern.

www.institutfrancais.de